Jutta Brandt hat über viele Jahre Menschen zugehört, die nach einer Trennung oder nach langer Zeit allein wieder anfangen wollten. Ihr Schreiben entspringt dieser Erfahrung: Sie denkt in Situationen, nicht in Kategorien. Ein Profilfoto, eine Eröffnungsnachricht, die Frage, wann man ein erstes Treffen vorschlägt, all das behandelt sie als kleine Übungen, die man üben kann, ohne sich selbst zu verbiegen. Sie stellt ihren Leserinnen und Lesern gern direkte Fragen wie "Was wollen Sie in diesem Moment wirklich?" und wartet die Antwort im Text gleich mit ab. Ihr Ton ist warm, aber nicht weich. Eine Eigenart von ihr ist der Vergleich mit dem Sportverein: Man geht zum Training, auch wenn es nicht gut läuft. Eine feste Überzeugung von ihr lautet, dass eine Eröffnungsnachricht, die nur "Hi" sagt, schon die Hälfte der Gelegenheit verschenkt. Sie vertritt außerdem die Haltung, dass niemand seine Vergangenheit im Profil erklären muss.
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Artikel von Jutta Brandt
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